Die Psychologie hinter deinen Entscheidungen
16132
post-template-default,single,single-post,postid-16132,single-format-standard,qode-quick-links-1.0,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-title-hidden,qode_grid_1300,qode-content-sidebar-responsive,qode-theme-ver-11.2,qode-theme-bridge,wpb-js-composer js-comp-ver-5.2.1,vc_responsive

Die Psychologie hinter deinen Entscheidungen

Was wäre, wenn wir häufige Denkfehler vermeiden könnten?

Mit meinen persönlichen Beispielen aus den Bereichen „Bewusste Ernährung, Fitness und mentalen Stärke“ möchte ich dir
7 „kognitive Verzerrungen“ zeigen und sie dir greifbar machen.
Sie geben uns besser zu verstehen, WIE und WARUM wir unsere Entscheidungen treffen.


🔸Doch was ist überhaupt kognitive Verzerrung? 

„Eine Denkabkürzung bei der Informationsverarbeitung“

Unser Verstand muss ständig Entscheidungen treffen. Schwarzes oder rotes Shirt? Salat oder Pasta zu Mittag? Gehe ich um 8.00 oder 17.00 Uhr zum Training?
Du denkst, dass du all deine Entscheidungen mit derselben Sorgfalt abwägen kannst? Das ist leider nicht der Fall.
Um langwierige Denkprozesse zu umgehen, Entscheidungen zu fällen oder eine Beurteilung vorzunehmen, sind wir oft Denkabkürzungen, auch „kognitive Verzerrungen“ ausgesetzt.

🔸Ist auf unseren Verstand gar kein Verlass?

Kognitive Verzerrungen sind menschlich und unterliegen keiner Wertung. Wir alle sind davon betroffen. Jeden Tag bewegen wir uns in einem Pool aus Informationen. Das Verarbeiten dieser ist Grundlage unseres täglichen Handelns. Den größten Teil unserer Kognition
(=Informationsverarbeitung) machen wir unbewusst und routiniert. Und gerade weil wir uns oft unbewusst und fast automatisiert entscheiden, gehen wir davon aus, dass das stimmt, was dabei heraus kommt. Das ist allerdings nicht der Fall, denn kognitive Verzerrungen können dazu führen, dass wir uns oft selber täuschen und uns falsch entscheiden.

 

7 Beispiele mit Tipps zur Selbst-Optimierung:

Hast du in der Zeitung dein Horoskop gelesen und warst überrascht, wie sehr es auf dich zutrifft?
Oder du liest eine der 100 Diät-Erfolgsversprechen am Titelblatt deines Lieblingsmagazins?
Dieser Effekt bezieht sich auf allgemein gültige Aussagen. Du kannst damit Menschen in eine Richtung manipulieren. Im Alltag begegnet uns das sehr oft. Beispielsweise durch „Nudging“. Nudging ist das „Anschubsen“ von Menschen – diese in eine Richtung lenken. Die vielen Süßigkeiten an der Kassa verleiten dich sie im letzten Moment doch noch einzupacken, Dessert- und Kuchenbuffet werden viel besser in Szene gesetzt als der Obsttisch.

⚛️ Selbst-Optimierung:
 Achte auf Personalisierungskampagnen die „Allgemeinheiten“ vermitteln.
 Empfehlungen wie „nur für dich“ führen oft zu ungewollten Verhaltensauslöser.
 Wo stehen im Supermarkt die verleitenden Lebensmittel, die du doch meiden wolltest?

Nimm dein Umfeld genau unter die Lupe und achte bewusst darauf, welchen allgemeinem Aussagen du in deinem Alltag begegnest.

Ich nehme an, dass du Abwechslung und Veränderung magst?
-> Genau so funktioniert der Barnum-Effekt!

 

Läuft etwas gut, dann ist es aufgrund deiner Leistung. Läuft etwas schlecht, dann sind die anderen Schuld.
Kennst du?
Wir haben die Tendenz, positive Ereignisse uns selber zuzuschreiben und negative Ereignisse unserem externen Umfeld umzuhängen. Somit versuchen wir uns vor Verletzungen zu schützen unter unternehmen Anstrengungen uns Rechtfertigungen zu überlegen, die wir als Bedrohung ansehen.
Hast du über das Wochenende 1-2kg zugenommen dann ist natürlich die Oma oder Mama schuld, weil sie dir so viel Kuchen vor die Nase gestellt haben. 

⚛️ Selbst-Optimierung:
 Werde dir bewusst, dass du die Hauptrolle in deinem Leben spielst und selbständig für all deine Handlungen verantwortlich bist.
 Lerne, die Schuld nicht immer bei anderen zu suchen. Du hast einen freien Willen und kannst selber entscheiden, was du willst und tust.

 

Du kannst dich einfach nicht entscheiden, welche Diät du als nächstes probieren sollst? Jeder redet aktuell von Paleo, die Steinzeit-Ernährung. Dann gibt es auch noch die Atkins Diät, eine Diät nach dem Low-Carb-Prinzip.
Welche liegt nun mehr im Trend? Welche ist besser? Instinktiv wirfst du einen Blick ins Internet oder fragst deine Freunde, um Bewertungen anderer zu erhalten. Du stellst dabei fest, dass der Großteil mit der Low-Carb Diät die meisten Erfolge erzielt hat.
„Da hast du’s“! „Ich werde ab sofort keine Kohlenhydrate zu mir nehmen.“
Hier greift der Bandwagon-Effekt, auch Mitläufereffekt. Du suchst nach Gleichgesinnten, um zu bestimmen, welcher Kurs der richtige für dich ist. Doch ist es für DICH der richtige Kurs? 

⚛️ Selbst-Optimierung:
 Höre wieder vermehrt auf deinen Körper. Was er braucht und was ihm gut tut.
 Teste selber welche Lebensmittel dir gut tun und welche du eher meiden solltest.

 

Stell dir vor, du lernst wieder Vokabeln für eine Prüfung. Du bastelst dir dazu Kärtchen. Alle Kärtchen haben die Farbe grün. Bis auf ein Kärtchen, das ist pink. Auf dieses schreibst du jenes Wort, dass du dir so schwer merken kannst. Es ist zu vermuten, das du dich bei der Prüfung an jenes Wort auf dem pinken Kärtchen leichter erinnerst, als an all die anderen grünen Kärtchen.
Das lässt sich durch den „Restoff-Effekt“ erklären.

Wir erinnern uns mehr an das, welches sich deutlich von anderen Merkmalen unterscheidet.
Ich möchte mit diesem Phänomen bewirken, dass dein Ziel einen ganz bestimmten Stellenwert bei dir bekommt, sodass du deinen Erfolg steigerst. Indem du dein Ziel auffällig hervorhebst, kannst du den Effekt nutzen, dass der hervorstechende Punkt den nachhaltigsten Eindruck hinterlässt. Deiner Kreativität soll nichts im Weg stehen.

⚛️ Selbst-Optimierung:
 Hänge dir in deiner Wohnung ein riesiges Plakat auf mit deinem Ziel. Jeden Tag siehst du es, wirst daran erinnert. Am besten direkt bei der Eingangstür. Somit nimmst du dein Ziel mit hinaus und siehst es als erstes, wenn du wieder Heim kommst.
 Arbeite mit Glaubenssätzen.

 

Du hast dich für etwas entschieden. Du neigst nun dazu, deiner Entscheidung positiv gegenüber zu stehen, auch wenn sie nicht besonders klug war.
Du verteidigst deine Entscheidung und bewertest sie als gut, einfach nur weil du sie getroffen hast.
Du möchtest für 3 Monate ganz strikt auf Zucker verzichten und hast einen Deal mit deinen Freunden. (Wem kommt es noch bekannt vor? ) Am dritten Tag greifst du zur Schokolade. Nach der halben Tafel redest du dir selber ein, dass es in Ordnung ist, weil du einen echt harten Arbeitstag hinter dir hast. Somit hast du dir auch noch die zweite Hälfte verdient.
Siehst du worauf ich hinaus will? Man neigt dazu etwas schön zu reden, obwohl es nicht in Ordnung war. 

⚛️Selbst-Optimierung:
 Tritt so ein Fall ein, dann werde dir bewusst warum das gerade passiert. Versuche ganz konkret zu hinterfragen, wieso du diese Entscheidung triffst. Durch das bewusste wahrnehmen, können wir oft die wahre Ursache finden.
 Teile deine Ziele mit so vielen Leuten aus deiner Umgebung. Dann hast du eine zusätzliche Motivation dahinter, auch wirklich bei der Sache zu bleiben.

 

„Unsere Projektionsverzerrung!“
Nur weil ich etwas als „Spaß“ oder „tolles Ereignis“ empfinde, darf ich nicht davon ausgehen, dass auch du diese Definition teilst. Ziehen wir als Beispiel meine Beiträge dieser Woche heran. Mir sind sie ein großes Anliegen und ich behandle sie thematisch sehr gerne. Wenn ich jetzt selbstbewusst davon ausgehe, dass auch du meine Denkmuster, Einstellungen und Überzeugungen teilst, dann wird das als Projektionsverzerrung bezeichnet.
Diese Verzerrung beschränkt sich jedoch nicht nur auf Ansichten anderer Menschen, sondern beinhaltet auch die falschen Vorhersagen, dass unsere derzeitigen Vorlieben unabhängig von der Zeit gleich bleiben.
Wenn ich hungrig in den Supermarkt gehe, dann kaufe ich bestimmt mehr Lebensmittel, als ich normalerweise essen würde, wenn ich nicht hungrig bin. 

⚛️ Selbst-Optimierung:
 Lerne zu verstehen, dass du dich von anderen Menschen unterscheidest. Versetzte dich auch in die Rolle deines Gegenübers.
 Beurteile deine Mitmenschen nicht zu schnell.
 Versuche nicht hungrig einkaufen zu gehen.

 

Wir behalten Erlebnisse stärker in Erinnerung, wie sie am Ende ausgegangen sind. Wenn wir unsere Erinnerung an ein Erlebnis abrufen, urteilen wir nicht wie wir uns insgesamt gefühlt haben, sondern halten uns eher an den letzten Abschnitt. Eine Beurteilung des Erlebten im Nachhinein beruht auf einer Mischung, wie das Erlebte insgesamt war und wie es ausgegangen ist. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange die Erfahrung dauert.

⚛️ Selbst-Optimierung:
 Denke daran, der letzte Schritt sollte der schönste Augenblick sein:
– Was machst du vor dem Schlafengehen?
– Wie gehst du mit deinen Mitarbeitern um?
– Wie endet ein Meeting mit dir?
 Schaffe ein kleines Erfolgserlebnis jeden Tag (verfasse freundliche Nachrichten an dich, hake deine Ziele ab, mach ein Dankbarkeitsritual am Abend, …)

In diesem Zuge möchte ich dir das Buch von Daniel Kahneman ans Herz legen.
Einer der bekanntesten Psychologen, welcher sich diesem Thema widmet.
–> https://amzn.to/2NsKaP5

 

Das können wir nicht!
Wir können unser Gehirn nicht so verändern, dass wir nicht mehr anfällig für verzerrtes Denken sind. Wir können nur das Beste daraus machen und bewusster darüber nachdenken, welche Entscheidungen wir gerade treffen. Achtsam im Moment zu leben und sich ganz bewusst darüber im Klaren zu sein, ist ein erster Schritt um zu erkennen, welche Informationsabläufe gerade bei dir statt finden.

 

Stay focused,
Steff

No Comments

Post A Comment

*